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Bereits vor zwei Jahren hatten Marcel Schultz und ich auf dem CarCamp 2015 in Mannheim über die Einsatzmöglichkeiten von WhatsApp im Autohaus referiert.

Seit dem hat sich einiges getan und die ersten innovativen Autohäuser und Werkstätten setzen nun WhatsApp in der Kommunikation mit dem Kunden ein.

In diesem Artikel beschäftige ich mich mit den nächsten kurz- bis mittelfristigen Schritten von WhatsApp, was wir vom chinesischen Messenger WeChat lernen können und welche Auswirkungen diese auf den Automobilhandel haben könnten.

 

Die Nutzungsbedingungen von WhatsApp eröffnen nun auch die kommerzielle Nutzung

 

Während 2015 die Nutzungsbedingungen von Whatsapp eine kommerzielle Nutzung untersagt hatten, haben sich diese mittlerweile gelockert. Am 25.08.2016 wurden die Nutzungsbedingungen von Whatsapp [1] aktualisiert und um den Absatz zur kommerziellen Nutzung ergänzt:

Wir werden dir und Dritten, wie z. B. Firmen, gestatten über WhatsApp miteinander zu kommunizieren, beispielsweise über Informationen zu Bestellungen, Transaktionen und Terminen, Liefer- und Versandbenachrichtigungen, Aktualisierungen von Produkten und Dienstleistungen und Marketing.

Damit öffnet sich der Messenger WhatsApp weiter für Unternehmen und erlaubt nun die Übermittlung von kommerziellen Nachrichten.

 

Die nächste logische Konsequenz von WhatsApp ist eine Business-Schnittstelle und Unternehmensprofile

 

2014 betrug der Kaufpreis von WhatsApp [2] 19 Milliarden Dollar. Und wie wir alle wissen: WhatsApp noch nicht monetarisiert.

Daher ist die logische Konsequenz sich gegen Bezahlung nach und nach für Unternehmen zu öffnen. Im Gegenzug wird WhatsApp die Verwaltung über Schnittstellen bzw. ein eigenes WhatsApp-Backend für Unternehmen ermöglichen.

 

WhatsApp könnte in der von Facebook bereits bestehenden, gemeinsamen Inbox angedockt werden

 

Facebook ist mit seinen anderen Plattformen bereits einen Schritt in diese Richtung gegangen. Seit Ende 2016 lassen sich z.B. die Nachrichten aus Facebook, dem Facebook Messenger und Instagram von nur noch einer Inbox aus gebündelt beantworten. [3]

facebook-Nachrichten-Manager

Facebook Inbox, über die sich Facebook, der Facebook Messenger und Instagram gebündelt beantworten lassen. Könnte hier auch Whatsapp angedockt werden?

Es wäre durchaus denkbar, dass der Whatsapp Unternehmenskanal auch über diese Plattform bedienbar gemacht wird. So könnte man bequem von einem Ort aus Facebook, den Facebook Messenger, Instagram und Whatsapp bedienen.

 

Wo die Reise mit WhatsApp hingehen wird, können wir vom chinesischen Messenger WeChat lernen

 

Wie sich Whatsapp verändern könnte, wird deutlich, wenn man sich den chinesischen Messenger WeChat einmal näher unter die Lupe nimmt. Und wir erinnern uns zurück: Gute Funktionen wie die des sozialen Netzwerks Snapchat werden von Facebook charmlos kopiert und in die eigenen Dienste eingebaut.

 

https://www.youtube.com/watch?v=uiAvMOtHARY

 

In WeChat sind Unternehmensprofile schon seit einigen Monaten etabliert. Den WeChat Enterprise Chat für Unternehmen gibt es seit Anfang 2016. Einzelne Zielgruppen lassen sich spezifisch über die Messeging-App ansprechen.

Weitere Funktionen des Messangers WeChat sind Registrierungen, Check-Ins, Ticketbuchungen, Reservierungen und die Bezahlung über WeChat. Und wenn die Chinesen online bestellen, dann tun sie das zwar auch über einen Online-Shop, dann aber über einen Online-Shop, der direkt in WeChat integriert ist.

 

Porsche ist bereits seit Jahren auf WeChat in China am Start

 

Autohersteller haben ihre Fahrzeug-Konfiguratoren direkt in WeChat eingebettet (Video aus 2014!, mittlerweile hat sich da einiges getan.) und die Probefahrt lässt sich ebenfalls darüber buchen:

 

Fazit: WhatsApp wird sich in den nächsten Monaten für Unternehmen öffnen müssen und Schnittstellen für Verwaltung und Kundendienst anbieten.

Wenn du mit deinem Autohaus von Anfang an dabei sein willst, musst du im ersten Schritt heute beginnen Handynummern sowie die zugehörigen Datenschutzrechtlichen Einwilligungen für WhatsApp einsammeln und sauber dokumentieren.

Im nächsten Schritt kannst du dir dann Gedanken machen, wie genau du Whatsapp in deiner Kundenkommunikation einsetzen kannst und welche Prozesse du beispielsweise über den Messenger abbilden willst.

 

[1] Nutzungsbedingungen von WhatsApp

[2] Facebook kauft WhatsApp für 19 Milliarden Dollar

[3] Vereinfachte Verwaltung von Interaktionen auf Facebook, Instagram und Messenger