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Autoscout24.de hat vor einigen Wochen die Preisbewertung eingeführt. Das Ziel dabei ist es, dem Kunden eine Einschätzung über das Preis-Leistungs-Verhältnis des Fahrzeugs zu geben. Was im Grunde eine gute Idee ist, lässt einige Fragen offen und könnte dazu führen, dass dein Autohaus weniger Anfragen erhält.

Keine Transparenz der Autoscout Preisbewertung für den Autohändler

Jedes Fahrzeug erhält ein farbiges Preislabel, das darüber Aufschluss geben soll, wie das Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu ähnlichen Modellen ist. Dabei greift Autoscout24 nach eigenen Angaben auf seine Datenbasis der letzten 14 Monate zurück. Die Bewertung führt ein Algorithmus durch, der auf 10 Mio. Datensätze und über 70 Ausstattungselemente je Fahrzeug zurückgreifen soll. Der Fahrzeugzustand hingegen wird nicht berücksichtigt, hier geht Autoscout24 generell von einem guten Zustand aus.

autoscout24-preisbewertung-kriterien

Ein Beispiel von Autoscout24 welches über das Preisbewertungsverfaren aufschluss geben soll

Autoscout24 gibt auf seinen Erläuterungsseiten zur Preisbewertung oben genanntes Beispiel. Das identische Fahrzeug mit identischem Preis erhält jeweils drei unterschiedliche Preislabels. Diese sollen sich durch Ausstattungsunterschiede sowie durch Nachfrageunterschiede verschiedener Farben begründen.

Für den Autohändler sind diese Kriterien aber nicht transparent offengelegt. So ist dem Händler nicht ersichtlich, warum sein Angebot ein anderes Preislabel bekommt und wie er ggfs. durch eine höhere Datenqualität ein besseres Preislabel bekommen könnte. Schlussendlich bleibt also nur noch der Dreh an der Preisschraube, um ein besseres Preislabel zu erhalten.

 

Warum dein Autohaus mit der Autoscout Preisbewertung weniger Leads erhalten könnte

Die Preislabels wurden mittlerweile in die Filterkriterien eingebunden.

autoscout-preisbewertung-filterkriterien

Nutzer werden förmlich dazu animiert, sich nur TOP Angebote und Gute Angebote anzeigen zu lassen

So kann der Kunde von vorneherein wählen, dass er beispielsweise nur „TOP Angebote“ und „Gute Angebote“ sehen möchte. Alle anderen Fahrzeuge bekommt er überhaupt nicht mehr angezeigt. Bereits an dieser Stelle sowie auf der Suchergebnisseite findet also eine Vorselektion statt.

Fahrzeuge die Labels wie „teuer“, „zu teuer“ oder „keine Information“ eingeblendet haben, werden vermutlich deutlich weniger Klicks erhalten und schlechter konvertieren.

Ein Problem für Markenhändler mit Gebrauchtwagenprogrammen

Autoscout selbst gibt an:

Nicht berücksichtigt werden Kriterien wie Zustand, Prüfsiegel, regionale Angebots- und Nachfrageunterschiede sowie zusätzliche Services des Verkäufers, eventuelle Auf- und Umrüstungen oder Reimporte.

Im Klartext bedeutet das, dass Mehrwerte wie Gebrauchtwagenlabels wie z.B. das WeltAuto, Garantien und weitere Services in der Preisbewertung keinerlei Relevanz haben. Gleichwohl dürfte der Kunde aber durchaus bereit sein genau für diese Fahrzeuge etwas mehr zu bezahlen.

Hast du deine eigenen Preislabels überprüft und ständig im Blick? Wie ist deine Datenqualität der Inserate (Abgleich 70 Ausstattungsmerkmale)?

Wie sind deine Erfahrungen? Sind deine Preisbewertungen von Autoscout nachvollziehbar? Erhälst du vielleicht schon weniger Nachfagen?